3 Fragen an Sina Heider (DIANA-T)
Sina Heider arbeitet beim „Deutschen Institut für Gutes Leben“ (difgl) und ist im HUB-Projekt DIANA-T (Digitale Leistungen, Datenintegration und Datenautonomie für eine nachhaltigere Tourismusbranche) für die Öffentlichkeitsarbeit sowie die Entwicklung eines Zukunfts- und Leitbildes zuständig. Das difgl versteht sich als Denk- und Praxisraum für die Welt von morgen, es entwickelt Visionen und Strategien für gesellschaftliche Transformationsprozesse. Im Interview spricht Sina Heider über ihren Weg vom Fernsehen in die Projektarbeit und warum Datenräume für sie mehr sind als ein technisches Konstrukt.
Wie wurdest du, was du bist?
Ich komme ursprünglich aus der Fernsehproduktion und habe dort rund zwanzig Jahre gearbeitet, in sehr unterschiedlichen Formaten und häufig in komplexen Produktionsstrukturen. Ich habe gelernt, Themen schnell zu erfassen und Inhalte so aufzubereiten, dass sie verständlich und nutzbar sind. Mit der Zeit wurde mir klar, dass mir Inhalte wichtiger sind. Heute arbeite ich redaktionell und konzeptionell an Themen zur gesellschaftlichen Entwicklung. Mich treibt vor allem Veränderung an. Ich möchte mit meiner Arbeit im Projekt DIANA-T und beim difgl etwas bewegen, dazu beitragen, dass wir als Gesellschaft weiterkommen. Teilhabe spielt dabei eine große Rolle für mich: Etwa Digitalisierung oder Datenräume so zu vermitteln, dass Menschen Zugang finden und sich einbringen können. Partizipation ist mir wichtig. Ich schätze es, wenn unterschiedliche Akteur:innen auf Augenhöhe zusammenkommen. Öffentlich geförderte Projekte bieten dafür oft gute Voraussetzungen, weil sie von Anfang an verschiedene Perspektiven einbinden. DIANA-T ist dafür ein sehr gutes Beispiel.
Warum geht es im Projekt DIANA-T um Partizipation und Teilhabe?
Einmal kommen bei DIANA-T Expert:innen aus Praxis, Wissenschaft, Verwaltung und Unternehmen zusammen. Diese Vielfalt zwingt uns, gewohnte Denkmuster zu verlassen und Themen gemeinsam weiterzuentwickeln. Außerdem stehen im Projekt DIANA-T kleine und mittelständische Akteure des Tourismus im Fokus. Das sind zum Beispiel familiengeführte Hotels und Pensionen, kleinere Gastronomiebetriebe, Ausflugsanbieter, Freizeit- und Kultureinrichtungen oder regionale Mobilitätsanbieter. Viele dieser Betriebe arbeiten im Alltag mit unterschiedlichen Daten, etwa zu Buchungen, Auslastung oder Mobilität, verfügen jedoch häufig nicht über die technischen Voraussetzungen, um diese Daten umfassend zu nutzen oder zu verknüpfen. DIANA-T will kooperative und dezentrale Datenstrukturen entwickeln, die eine bessere Nutzung ermöglichen, ohne Daten zentral zu bündeln oder neue Abhängigkeiten zu schaffen. So sollen die Voraussetzungen entstehen, dass auch kleinere Akteure von datenbasierten Anwendungen und Wertschöpfung profitieren können.
Was ist dabei deine Aufgabe?
Meine Rolle liegt vor allem in der inhaltlichen und kommunikativen Begleitung des Projekts. Ich strukturiere Themen, übersetze zwischen unterschiedlichen Perspektiven und arbeite daran, komplexe Entwicklungen verständlich zu machen. Kommunikation ist dabei Teil des Arbeitsprozesses: Sie schafft gemeinsame Orientierung, intern wie extern. Aktuell geht es dabei auch darum, für die Entwicklung eines gemeinsamen Zukunftsbildes an verschiedenen Stellen Impulse zu setzen, z.B. durch Workshops oder gezielte Formate, die den Blick der Partner:innen öffnen und dazu anregen, über die unmittelbaren Projektziele hinauszudenken.
Wichtig für die Zukunft ist hier zum Beispiel auch der europäische Zusammenhalt. Europa ist geprägt von einer Vielfalt mit unterschiedlichen Sprachen, Strukturen und rechtlichen Rahmenbedingungen, teilt aber grundlegende Werte wie Datenschutz und Verantwortung. Datenräume können hier Zusammenarbeit ermöglichen – ohne alles zu zentralisieren. Sie stehen für einen kooperativen Ansatz und sind auch Ausdruck einer europäischen digitalen Souveränität.
Interview: Eva Meschede
